Zwei Uplinks für 15 Leute: Failover mit Linux-Routing
DSL plus Starlink, ein Debian-Router dazwischen, zwei Default-Routen mit Metrik. So bleibt unser Büro online, wenn ein Anbieter ausfällt.
Bei 15 gleichzeitig arbeitenden Menschen reichte ein Uplink nicht mehr: Videocalls, Git-Pushes und Fernzugriffe teilten sich eine Leitung, und an schlechten Tagen des Providers stand alles. Im Februar 2026 haben Philipp Lehmann, unser Serveradministrator, und Stephan Bökelmann einen zweiten Uplink über Starlink ergänzt.
Zwischen beide Uplinks und die Backbone-Switches kam ein Debian-Rack-PC. Die Lösung ist bewusst einfach: zwei Default-Routen in der Haupttabelle, DSL mit niedriger Metrik bevorzugt, Starlink daneben. Fällt das DSL-Gateway aus, übernimmt Starlink ohne Eingriff und ohne sichtbaren Ausfall. Für späteres Policy-Routing sind die Tabellen bereits angelegt.
Ein kleines Python-Dashboard zeigt in Echtzeit, welcher Link wie viel trägt. Es war zugleich die Kontrolle, dass die Konfiguration tut, was sie soll. Teil zwei der Reihe beschreibt den Schritt zum gewichteten Load-Balancing und zwei Bugs, die es zunächst brachen.
Warum das auf einer Ingenieurbüro-Website steht: Monitoring-Infrastruktur ist eine unserer Leistungen, und wir betreiben sie selbst, mit Kubernetes, Ceph und Keycloak. Die Konfiguration im Detail steht im Blog.